Habart Überschreitung Rundtour via Meileskar
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Diese Tour ist wohl in dieser Form noch nirgends beschrieben, zumindest ist sie nicht touristisch erschlossen oder dokumentiert. Orientierungsvermögen und Pfadfindereigenschaften sind von Vorteil, da auch...
Diese Tour ist wohl in dieser Form noch nirgends beschrieben, zumindest ist sie nicht touristisch erschlossen oder dokumentiert. Orientierungsvermögen und Pfadfindereigenschaften sind von Vorteil, da auch weglose Abschnitte und dünne unmarkierte Pfade enthalten sind.
Wir starten in Boden auf dem großen Parkplatz, der unterhalb der Ortschaft weit draußen angelegt worden ist, viele Schilder mit Parkgebühr 3.- Euro aber der Parkscheinautomat fehlt. Jetzt muss man erst mal noch 10 Minuten zurücklaufen zum Ort und von dort die Teerstrasse ein Stück den Hang hoch bis links ein Fahrweg abzweigt. Dort steht ein Schild, das der Weg gesperrt ist, aber irgendwie nicht ganz nachvollziehbar, weil einige Worte überpinselt sind. Wir gehen trotzdem weiter und dann plötzlich der Grund für die Sperrung: Zwei tiefe Rinnen die den Weg weggespült haben. Diese kann man aber meistern, indem man in beiden Fällen nach unten absteigt, durchquert und auf der anderen Seite wieder aufsteigt. Fürs erste mal ein heftiger Anfang....
Dann weiter den Wanderweg laufen, die Hahntennjochstraße überqueren und dem Wanderweg folgen Richtung Plötzigtal. Hier auf einer Holzbrücke den Bach überqueren, an dieser Stelle hätte man auch parken können (Kehre der Hahntennjochstrasse).
Dann laufen wir kurz hoch zum "Hauptweg" , der von Bschlabs kommt und ins Plötzigtal führt. Ein wunderschöner Weg gut ausgebaut am Hang entlang (Schild Richtung Anhalter Hütte). Diesen etwa 45 Min. folgen, es geht immer leicht bergauf.
Dann kommt eine große Wiese (Alm, Viehweide) wo man sich am besten rechts bergab orientiert. Ab hier weglos über die Wiese und einen geeigneten Abstieg zum Bach suchen, der kommt dann etwas weiter hinten, wo die Böscung zum Bach flacher wird. Gegenüber sieht man schon den aufgelassenen alten Weg am Hang entlang hochsteigen. Diesen anpeilen und vom Bachbett aus einsteigen. Nach kurzer Wegstrecke verliert sich allerdings die Deutlichkeit des Steiges, und so muss man in der Tat dann weglos nach oben in recht steilem Gras den Hang hinauf steigen.
(Zur Info: Der Steig ist ein alter Heuersteig, welcher in der Zeitschrift des DAV und ÖAV 1912, Seite 174 noch als "gut ausgetretener Pfad bis auf den Grat" bezeichnet wird).
Plötzlich kommt dann tatsächlich wieder eine Trittspur daher, der wir folgen. Sehr schwer die Linie zu verfolgen, es sind nur Hufabrücke dort zu sehen, wahrscheinlich auch ein Gämsensteig. Mit alpinem Instinkt versuchen wir, den richtigen Weg zu finden: Hangneigung, Geländebeschaffenheit und Latschen genau zu beobachten und die wahrscheinlichste Route auszumachen.
Weiter oben dann wieder kurz ausgeschnittene Latschen und zwei harmlose Rinnenquerungen, das könnte ein Weg sein..?!
Die Latschen werden nun dünner und stören nicht mehr, wir kommen in grasiges Gelände, jetzt sieht man den Sattel auch gut, wo wir hinsteuern müssen. Im Prinzip kann man jetzt beliebig frei nach oben laufen, es gibt keine Spuren mehr und jeder kann selbst den Weg nach oben bestimmen. Es kommen auch keine Rinnen mehr oder andere Hindernisse, es wird halt immer steiler nach oben hin und bei Nässe sind die Grasbüschel eine Rutschpartie. Deswegen nur bei trockenem Untergrund dort hoch laufen. Zufällig war heute ein Rudel Hirsche hier oben, gut 12-15 Exemplare mit stattlichem Geweih. Der Aufstieg zum Sattel zieht sich in die Länge und wird zum Joch hin immer steiler. Dann endlich oben, muss man noch ca. 100 hm auf den Habart Gipfel nach rechts abbiegen. Der grasige Weg ist kaum zu erkennen, aber eigentlich wurscht, weil man gut auch weglos auf den Gipfel findet. Dieser ist unspektakulär und einfach ein Grashügel mit einer Eisenstange als Gipfelkreuz. Trotzdem eine ordentliche Aussicht auf die Berge drumherum und das Hahntennjoch.
Der nun folgende Abstieg ist wieder undeutlich in der Wegführung, alles grasig und keine Markierung. Die logische Gehrichtung gegen Westen und immer auf dem Kamm ist aber quasi vorgegeben. Man erreicht dann ein Kreuz mit dem Gedenken an ein Lawinenunglück im Jahre 1984. Dort gehts dann steiler bergab im Zickzack zwischen rostigen Lawinenverbaugittern. Der Weg ist eigentlich nicht richtig angelegt, eher ein Trampelpfad der in Hangneigung fußquälend nach unten geht, erdig und grasig, kaum Tritte. Daher auch hier bei Nässe ganz schlechtes Terrain. Irgendwann kommt man in den Wald hinein und hier ist der Weg dann flacher und deutlich besser zu laufen. Der nun kommende Forstweg ist eine Erlösung des insgesamt etwas unschönen Abstiegs, betrifft aber nicht die Aussicht und die Landschaft. Dann überqueren wir die Hahntennjochstrasse bei einer Häusergruppe aus alten Bauernhäusern. Auf der anderen Seite eine Kombination zwischen Forstwegen und Wanderwegen bis hinunter nach Boden. Ab der Straßenquerung wieder ausgeschildert und markiert.
Insgesamt ist die Tour ganz schön anstrengend wegen der zu leistenden Orientierungsarbeit und dem weglosem Gelände. Die Wege selber sind im Bereich von T2 - T3 , aber der untere Meileskar Aufstieg und ein paar Rinnenquerungen können auch mit T4 bewertet werden. Für Bergsteiger, die gerne durchgängig markierte, beschilderte und ausgebaute Wege laufen, ist diese Tour nicht zu empfehlen.

Parken ginge auch in der Kehre der Hahntennjochstraße beim Plötzigbach, dort kleiner Parkplatz P1350
unterwegs keine, Gasthaus in Boden oder in Bschlabs
Zeitschrift des DAV ind ÖAV Band XUII Jahrgang 1912, Seite 174 (Autor Emanuel Christa): Beschreibung des Plötzigtals und deren Wege und Gipfel.
AV Karten
Oui
Oui
Oui
Oui
Normale Bergausrüstung, Stöcke, Powerbank, viel Wasser
teilweise steiles wegloses Gelände, nicht bei Bodennässe oder gar Regen gehen.
Mit Auto nach Boden
Es gibt eine Buslinie auf der Hahntennjochstraße
In Boden
Gefährlich bei Nässe
Viel Zeit einplanen für die Orientierungsarbeit, aber auch für das genießen der unberührten Landschaft.
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